Kleidermotte & Pelzmotte (Tineola bisselliella)
Strohgelbe, lichtscheue Falter (6–9 mm), die im Zickzackflug durchs Schlafzimmer taumeln: Nur die Raupen besitzen das Enzym, um das Faserprotein Keratin in Wolle, Kaschmir und Seide zu verdauen.
Warum fressen Kleidermotten (Tineola bisselliella) ausgerechnet teure Kaschmirpullover, Merinowolle, Anzüge, Pelze und Orientteppiche an? Weil ihre Larven zu den wenigen Lebewesen der Erde gehören, die im Darm ein extrem alkalisches Milieu und spezielle Enzyme besitzen, um die harten Disulfidbrücken des tierischen Faserproteins Keratin aufzuspalten!
Wichtige Erkenntnisse für den Kleiderschrank:
• Schweiss & Hautschuppen als Magnet: Kleidermottenlarven brauchen Vitamin B zum Überleben. Sie befallen deshalb fast immer kurz getragene, ungewaschene Wollkleidung mit Schweiss-, Hautschuppen- oder Speisespuren!
• Mischgewebe-Falle: Selbst Baumwoll- oder Synthetik-Pullover werden durchlöchert, wenn sie kleine Wollanteile oder Hautschuppen enthalten.
• Profi-Sanierung: Kleidung bei 60 °C waschen oder für 7 Tage bei −18 °C einfrieren, Schrank mit Schlupfwespen-Kärtchen (Trichogramma) bestücken und saubere Winterwolle luftdicht in Kleidersäcken mit Zedernholz & Lavendel lagern.